Claudia am 16.01.2019

Los Angeles: DMDRN auf Retail Tour in der Stadt der Engel


Wenn man als Verfechter von digitalen Installationen am POS und Experte für Creative Technologies geschäftlich in Los Angeles unterwegs ist, kommt man nicht darum herum, auch der Melrose Avenue einen Besuch abzustatten, um sich ein Bild darüber zu machen, wie in der Fashion Industry und generell im Einzelhandel die Grenzen zwischen On- und Offline nach und nach immer mehr verschwimmen. Was wir dort entdecken konnten, stützt unsere eigenen Erkenntnisse und Strategien, aber klar … wir verzichten niemals auf die Chance, ein wenig Feldforschung zu betreiben.

Der Nike Melrose Store

Der Nike Melrose Store ist einer der beeindruckendsten und vor allem digitalsten Flagship-Stores von Nike. Der Shop auf der nach dem Rodeo Drive wohl bekanntesten High Street in L.A. ist ein Paradebeispiel für perfekt integrierte Technologien rund um Buzzwords wie "Community" und "Data". Auch wenn das Schlagwort "Community" mittlerweile ziemlich inflationär verwendet wird, die Marke bringt die Verwendung von Nutzerdaten mit ihrer Strategie auf ein neues Level, da physische und digitale (oder "phygitale") Anwendungen im Nike Melrose Store perfekt miteinander verbunden und gemischt werden.

Der Store dient hierbei als Plattform, als lebendige Website sozusagen, die die Vorteile traditionell physischer Produkte mit modernsten Applikationen aus dem digitalen Zeitalter kombiniert. Mit der Nike App im Epizentrum der Interaktionen können Kunden Produkte vergleichen, diese benutzerdefiniert konfigurieren, sich eine größere Auswahl anschauen und darüber hinaus wird der Kunde mit der Marke und der Community verbunden - und das alles auf unterhaltsame und spielerische Weise.

Das Konzept des Nike Melrose Stores ist komplett datengetrieben. Durch die Verwendung lokaler Datensätze, die von Nike Club-Mitgliedern übermittelt werden, kann Nike je nach Bedarf den Produktbestand ändern und eine Auswahl treffen, die den Bedürfnissen der Kunden gerecht wird. Wir lieben dieses Konzept und sind überzeugt, dass eine breitere Akzeptanz einer solchen Strategie auch bei anderen Marken und in den verschiedensten Branchen herrschen sollte und keinesfalls die Augen davor verschlossen werden sollte, da es immer mehr und bessere Methoden der Verwendung von Nutzerdaten geben wird.

(Total beeindruckt waren wir von Nike's Sock Vending-Gerät. Clubmitglieder können ihre App scannen, um alle zwei Wochen ein kostenloses Paar zu erhalten. Physical meets digital in Perfektion.)

Nordstrom Local Store

Auf unserem Weg entlang der Melrose stießen wir auf den Nordstrom Local Store, der einen bequemen Anlaufpunkt für die Abholung von Online-Bestellungen, Änderungen vor Ort, schnelle und einfache Rücksendungen sowie kostenlose Stylings bietet. Der Laden hat uns extrem positiv überrascht, da er Experiences, Produkte und Dienstleistungen unter einem Dach vereint. Nordstrom Local beweist, dass man in digitaler Hinsicht nicht übertreiben muss - Technologie muss oder sollte nicht in jedem Kundenkontaktpunkt sein. Dem Laden mangelte es allerdings deutlich an den „neuesten Technologien“, aber dient der lokalen Gemeinschaft trotz allem als Offline-Plattform und als Treffpunkt. Während unseres Besuchs befand sich der Laden im "Weihnachtsmodus" und bot den Kunden eine Lebkuchenhausstation und einen Geschenkverpackungsservice an.

Der Glossier Make-Up Store

Und weiter ging es die Melrose entlang... Dort haben wir den Glossier Make-Up Store entdeckt, ein Paradebeispiel für Erfahrungen, die vollständig auf die Generation Z ausgerichtet sind. Das Geschäft und die Produkte sind zu 100% "instagrammable" und so gestaltet, dass Kunden gar nicht anders können als den Laden zu betreten und die Produkte auszuprobieren. Die Strategie ist offensichtlich: E-Commerce wird mit sozialen Netzwerken verbunden, um die Kunden mit der Marke und natürlich auch untereinander zu vernetzen. Der Laden war überfüllt, vermittelte aber dennoch eine "easy" Atmosphäre. Unter dem Publikum waren genauso viele Mitarbeiter wie Kunden, die jedem, der durch die Tür trat, eine ansprechende und spezielle Erfahrung bieten konnten und auch wollten. 

Unser persönliches Highlight war das spontane Bart Make-Over, zu dem unser Experience Director Jason quasi "gezwungen" wurde. Vielleicht ist er mittlerweile bereits ein Insta-Star und wir wissen es gar nicht.